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Veranlassung
Der Schutz wandernder Amphibien an Straßen ist bei der vorhandenen Dichte des Straßennetzes eine wichtige Schutzmaßnahme. Wandernde Amphibien müssen vielerorts Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Die Verkehrszunahme auf ehemals gering befahrenen Straßen hat meist eine große Zahl überfahrener Amphibien zur Folge. Arten die bei ihren Wanderungen zwischen Landlebensraum und Laichgewässer große Entfernungen zurücklegen, sind vom Straßenverkehr besonders betroffen.
Bundesweit werden jährlich etwa 2.000 bis 3.000 Amphibienschutzzäune aufgebaut, um die Frühjahrswanderung der Amphibien von ihren Landlebensräumen zu den Laichgewässern zu sichern. Insgesamt wird dadurch die Wanderung von mehreren Millionen Amphibien geschützt. Trotz dieser Maßnahmen sterben aber jedes Jahr Millionen Amphibien auf unseren Straßen.
Neben dem direkten Tod durch Überfahren geht von Straßen auch eine Trennwirkung für Amphibien und andere bodenbewohnende Kleintiere aus. Bordsteinkanten stellen zusätzliche Hindernisse dar und Gullys sowie andere Straßenentwässerungsanlagen sind oft tödliche Fallen.

Schutzmaßnahmen
Die Stadt Bad Elster errichtet an den Stellen der Wanderung sogenannte Krötenzäune als provisorische Schutzanlage auf. Nicht nur Kröten sondern alle wandernden Amphibien werden dadurch auf ihrer Wanderung geschützt. Bei den Zäunen handelt sich um ca. 50 cm hohe undurchsichtige Kunststofffolien, die parallel zur Straße aufgebaut werden. Auf der Anwanderungsseite sind in regelmäßigen Abständen Fangeimer ebenerdig eingegraben. Der Krötenzaun wird von den wandernden Amphibien als Wanderhindernis wahrgenommen. Beim Versuch das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Amphibien in die Fangeimer. Die gefangenen Amphibien werden registriert und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt.
Zur Betreuung des Krötenzauns wird mindestens einmal täglich eine Kontrolle mit Leerung der Fangeimer durchgeführt. In Zeiten starker Wanderaktivität werden mehrmalige Leerungen durchgeführt.

Betreuung
Die Errichtung der Schutzeinrichtungen erfolgt durch den Stadtbauhof der Stadt Bad Elster. Die Betreuung und Dokumentation wird von Ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern übernommen. Für die ehrenamtliche Tätigkeit erhalten die Helfer im Rahmen der Richtlinie Natürliches Erbe eine Aufwandsentschädigung.

Dokumentation
Neben dem Schutz der Amphibien werden die Aufzeichnungsergebnisse der Registrierung erfasst und an das Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie weitergegeben.